Grüne Kiste Madagaskar

Hasina Sameoelinanja ist der Gründer unseres Partnervereins "Freunde von Madagaskars GrüneKiste e.V." und lebt seit 2013 in Hamburg. Seine Wurzeln sind tief in der madagassischen Kultur verankert, in der er als Kabary-Redner aufgewachsen ist. Kabary ist die höchste Form der Redekunst im Hochland von Madagaskar und bildet die rhetorische Ansprache, die jede Zeremonie prägt und sie mit Geschichten und Metaphern untermalt.

 

Diese Leidenschaft zur Sprache war, die Hasina über das Goethe-Institut in Antananarivo an die deutsche Sprache, und später über sein Master-Studium in Berlin an die Touristik heranführte. Seit über 15 Jahren begleitet er nun bereits Reisegruppen nach Madagaskar und La Réunion.

 

Über Hasina lernten wir auch seinen Cousin Andry kennen, der uns bei unserer Reise duch Madagaskar begleitete.

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Was macht die Grüne Kiste - Dezember 2018
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Leitziele von Grüne Kiste Madagaskar:

 

Betreuung von talentierten Jugendlichen auf ihrem Weg ins Arbeitsleben durch:

 

1. Persönliche Beratung, regelmäßige Gespräche und gemeinsame Aktivitäten

2. Bereitstellung von Lehrbüchern und Lehrmaterialien

3. Erteilung von lokalen (Teil-)Stipendien für Ausbildungen

 


Interview mit Hasina Samoelinanja:

 

Im Anschluss an unsere Madagaskar-Reise im Oktober 2018 besuchte Hasina uns in Hannover, um über unsere geplanten Projekte zu sprechen.

 

F: Madagaskars GrüneKiste - Ein Name hinter dem sich viel verbirgt. Wofür steht die GrüneKiste und wie bist du zu ihr gekommen?

 

Es geht hier wirklich um eine grüne Kiste, die alle meine Reisen auf Madagaskar begleitet. An bestimmten Zeiten während meiner Reise „geht die Kiste auf“ und jemand wird beschenkt, der etwas Gutes geleistet hat. Nachhaltige Geschenke wie Schulsachen oder sogar Arbeitswerkzeuge werden den einheimischen liebevoll überreicht. Somit kann man die Kiste auch als Quelle von Freude von allen Seiten bezeichnen: Für die Reisenden, für die Bereisten und vor allem auch für mich: Freude und Glück hängen eng mit Liebe zusammen. Das Wichtigste im Leben…

 

Diese Freude schöpfe ich zum Teil von meiner Funktion als Brücke zwischen den Menschen. Viele von Ihnen spenden für die Kiste und somit können wir für junge, selbstbewusste Madagassen das Leben ein Stück weiter verbessern, ohne dass sie ihre eigene Identität ablehnen und ihrer Heimat den Rücken wenden müssen. Wir coachen und unterstützen ausgewählte Jugendlichen in Madagaskar von der Orientierung in der Wahl der Ausbildung bzw. des Studienganges bis zum Arbeitsleben.

 

F: Als Reiseleiter verbringst du mehrere Monate im Jahr auf Madagaskar und La Réunion. Wie erlebst du diesen "Wandel zwischen den Welten"?

 

Ich liebe Inseln! Jede von Ihnen kann man als eine Welt für sich sehen! In der Saison hüpfe ich zwischen 5-6 Inseln im indischen Ozean. Ich bin nach jedem Flug oder nach jeder Bootsfahrt gleichzeitig fasziniert und gespannt, wie ich den anderen Kanal aktivieren „muss“, um mit meinen nächsten Freunden von der anderen Seite zu plaudern. Ich reise mit Menschen zwischen Kulturen und bekomme die Vielfalt der Natur geschenkt. Zur gleichen Zeit ist meine Verbindung zu Europa ununterbrochen dabei. Mit meinen Gästen kann ich dann austauschen: „Was wir hier in den Tropen sehr viel haben, davon habt ihr in Europa sehr wenig… und was ihr dort sehr viel habt, davon haben wir hier sehr wenig“. Ich bin sehr dankbar, diesen Beruf ausüben zu dürfen. Diese Reisen haben mich stark bereichert: Im Kopf und im Herzen.

 

F: Wir haben Madagaskar als eine Insel mit unglaublicher Vielfalt kennengelernt. Gibt es einen Ort, den du besonders gerne bereist?

 

 

 Ich liebe Kontraste, besonders wenn sie auf engstem Raum sind! Zum Beispiel verbinde ich sehr gerne den trockenen Süden von Madagaskar mit dem immergrünen Osten; oder auch der Besuch der Tsingy (Millionen von Nadelsteine im Westen) kombiniert mit dem Kanal von Pangalanes. Viele von diesen Orten sind nur zu Fuß oder per Boot erreichbar… Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In diesen Reisen merkt man, dass Madagaskar eine Kontinentinsel ist… Mein Paradies auf der Erde ist die kleine Insel "Ile aux Nattes" im Osten von Madagaskar. Ich mag diesen Ort nicht nur wegen den Stränden sondern auch wegen der Geschichte, die für mich dahintersteckt. Das Wesentliche ist oft unsichtbar :-)

 

 

F: Wie erleben deine Gäste ihre Reisen und was gibst du ihnen mit?

 

Aus Gästen werden bei meinen Reisen Freunde! Viele von Ihnen haben mehrere Jahre davon geträumt, die Insel zu bereisen. Dann haben sie sie endlich auf einer sehr besonderen Weise bereist: mit der grünen Kiste! Ich denke, viele unserer Mitreisenden kommen mit einem sehr guten Gefühl zurück. Sie haben etwas bewegt: bei jemandem, bei einer Familie vor Ort aber oft haben sie auch in sich selbst etwas bewegt.

 

 

F: Mit der Gründung deines Vereins konntest du dir in diesem Jahr einen Traum erfüllen. Mit welcher Vision trägst du ihn in die Zukunft?

 

„Ein hoher Baum wurzelt tief“ sagt eine Weisheit aus Madagaskar und eine andere sagt „ein einzelner Baum macht keinen Wald“. Die GrüneKiste ist heute wie eine kleine Familie. Sie ist ein Netzwerk von Weltbürgern, die sich vertrauen und gegenseitig unterstützen. Dieser Wald wird in allen Richtungen wachsen. Ich wünsche mir hier und dort viele weitere Freunde. Wir wollen mit unseren Jugendlichen mehr erreichen. Wir erzielen für sie adäquate Ausbildungen und wollen dafür auch Freundschaften mit Unternehmen aufbauen, um die großen Träume möglich zu machen. Durch unseren Erfolg werden wir alle mehr an die Liebe in dieser Welt glauben!

 

 

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Hasina und halten Euch gerne über unsere gemeinsamen Projekte auf dem Laufenden!